SEALUX CD7100 Gehäuse

++ April 2014 ++ Praxistest ++ von Werner Fiedler

SEALUX CD 7100 - Das Unterwassergehäuse für die Kamera Nikon D7100


Nikons aktuelles Spiegelreflex-Topmodell mit DX-Sensor ist eine gute Kamera für ambitionierte Fotografen. Für die Taucher unter ihnen hat die Firma SEALUX ein passendes Gehäuse entwickelt. Werner Fiedler stellt dieses interessante Produkt und seine Eigenschaften vor.

Schon die Modellnummer verrät, dass die D7100 der D7000 folgt und nicht den früheren DX-Klassenbesten D300 bzw. D300s. Als deren Weiterentwicklung hatte sich wohl mancher folgerichtig eine „D400“ erhofft, doch die Produktstrategen im Hause Nikon sahen dies offenkundig anders. Allen zunächst Enttäuschten spenden indessen die bekannt gewordenen Erfahrungen mit der neuen Kamera und die Labortests einschlägiger Fotomagazine hinreichend Trost, bescheinigten sie doch dem neuen DX-Flaggschiff (die Bezeichnung DX steht bei Nikon für das Sensorformat APS-C) hervorragende Merkmale, die mindestens semiprofessionellen Ansprüchen genügen. Tauchende D7100-Besitzer haben folglich richtig gewählt, benötigen aber noch ein Unterwassergehäuse, das ebenfalls ihren Vorstellungen entspricht. Beim aufmerksamen Sondieren des einschlägigen Marktes verdient – soviel vorweg – das CD 7100 von SEALUX unbedingt ihre Aufmerksamkeit.

Das Gehäuse


Auch dieses Produkt zeigt ähnlich klare Konturen wie alle aus Vollmaterial gefrästen SEALUX-Modelle. Sind die beiden Gehäuseschalen fertig bearbeitet, d. h. mit der Portfassung, den nötigen Öffnungen für die Kontrollfenster und den Sucher sowie allen Bohrungen und Gewinden versehen, werden sie zum zusätzlichen Schutz schwarz harteloxiert. Diese innen blank belassene Oberfläche dämpft dort eventuelles Streulicht. Außen sorgt eine zusätzliche Silbermetallic-Pulverbeschichtung für ein glanzvolles Aussehen. Dazu kontrastieren die mattschwarzen Bedienelemente und die geformten Handgriffe. Neben dem Gehäuse selbst trotzen auch alle Bau- und Zubehörteile jeglicher Korrosion, denn sie bestehen ebenfalls aus einer seewasserbeständigen, galvanisch behandelten Aluminiumlegierung bzw. aus zähen Kunststoffen oder rostfreiem Edelstahl.
Für die kompakte Spiegelreflexkamera D7100 konnte SEALUX ein ziemlich kleines Gehäuse konstruieren, das nur deshalb etwas höher wirkt, weil auch der aufgeklappte interne Blitzreflektor darin Platz haben muss. Seine vertikale Teilung verläuft ungefähr in der Mitte, so dass sich zwei etwa gleich große Schalen ergeben. Diese Konstruktion hat praktische Gründe und sorgt für eine ausgezeichnete Stabilität. Zwei gefederte Schnellverschlüsse verbinden die Front- und die Deckelhälften, so dass sich das Gehäuse rasch öffnen und schließen lässt. Ein O-Ring mit relativ großem Querschnitt dient als verlässliche Hauptdichtung. Ein innen umlaufender Führungsbund verhindert weitgehend, dass beim Öffnen des noch nicht vollständig abgetrockneten Gehäuses versehentlich Wasserspritzer auf die Kamera gelangen.

Die im Durchmesser reichlich bemessene Portfassung nimmt den Großteil der Gehäusefront ein. Sie verfügt über die Dichtfläche für den O-Ring und die bewährte
Bajonettverriegelung mit Anschlag. Diese Lösung erlaubt den schnellen Wechsel des Ports, der bekanntlich dem jeweils eingesetzten Objektiv angepasst sein muss. Das SEALUX-Programm verfügt über ein breites Sortiment an Ports mit planen und gewölbten Mineralglasscheiben. Dazu zählen beispielsweise auch der Fisheye-Minidom oder der Makroport mit dem konischen Tubus für die bessere Ausleuchtung der kleinen Motive.
Erwähnenswert sind außerdem die verschiedenen Sucher: Der LD-Sucher, eine preisgünstige Galilei-Optik, gilt als die Basisversion. Ebenfalls einen geraden Einblick bietet der komfortablere GD-Sucher, der ein größeres Sucherbild zeigt. Nicht nur für die bodennahe Makrofotografie eignet sich der GV150, der eine bequeme, um 30° abgewinkelte Betrachtung des Reflexbildes erlaubt. Die Besonderheit aller Sucher ist ihr kleiner Fassungsdurchmesser, der den Blick auf den Monitor nicht beeinträchtigt. Der Unterwasserfotograf muss sich für eine dieser Versionen entscheiden, weil der Sucher vom Hersteller fest eingebaut wird. Ein späterer Austausch ist selbstverständlich möglich.

Schon die Position der meisten Bedienungselemente am Gehäuse lässt auf ihre jeweilige Funktionsübertragung schließen. Dies gilt ganz besonders für die Tasten auf der Rückseite, die direkt auf die Pendants der Kamera wirken. Wer also seine Kamera kennt, wird mit ihr auch bald problemlos unter Wasser arbeiten können. Da die meisten Funktionen adaptiert sind, gelingen alle erforderlichen Einstellungen von außen.
Prinzipiell kann das Gehäuse mit zwei Blitzgeräten komplettiert werden (für den Nikon-Systemblitz SB-910 beispielsweise bietet SEALUX ein spezielles Gehäuse an). T-Stücke für das Befestigen der Blitzarme befinden sich an der Schiene über beiden Handgriffen. Auf der Gehäuseoberseite sind zwei übliche Lichtleitkabel-
Anschlüsse für die optoelektronische Synchronisation mit dem kamerainternen Blitz und in der Standardausführung eine N5-Blitzbuchse vorhanden; auf Wunsch wird vom Hersteller eine weitere Buchse ergänzt. Optional kann das Kameragehäuse auch mit einem Feuchtigkeitsmelder ausgerüstet werden.

Im Einsatz


Vor dem Einbauen der Kamera ins Gehäuse sind einige Funktionsübertragungen in bestimmte Positionen zu bringen (Bedienungsanleitung beachten!). Die Kamera wird außerhalb mit der Stativschraube auf einem mit Anschlägen versehenen Tisch befestigt, der dann – präzise geführt – ins Gehäuse geschoben und arretiert wird. So behält die Kamera immer ihren stabilen Sitz. Sie kann montiert bleiben, wenn die Speicherkarten zu wechseln sind oder die Schnittstellen (USB, HDMI) benötigt werden. Nur zum Laden bzw. Wechseln des Akkus muss man die Kamera vom Tisch lösen. Beim Öffnen und Schließen des Gehäuses empfiehlt es sich, die beiden Verschlusshebel von oben zu betätigen, weil sie so nahe an den Handgriffen vorbeischwenken, dass kein Finger dazwischen passt. Die Wechselobjektive werden stets frontseitig an die eingebaute Kamera angesetzt.

Alle Funktionsübertragungen sind in gewohnter SEALUX-Qualität ausgeführt. Als Adapter werden dauerhaft zuverlässig funktionierende Zahn- und Reibräder, Hebel, Gabeln und Tasten verwendet. Ergonomische Überlegungen haben beim Konzipieren des Gehäuses eine wichtige Rolle gespielt. Dies erkennt man schon an der Befestigung der gefällig gebogenen Griffschiene: Sie besitzt Langlöcher für die Befestigungsschrauben, um ihre Position der Fingerlänge des Fotografen anpassen zu können. Die Hände können an den anatomisch geformten Griffen bleiben, während die Finger nahezu alle Bedienelemente gut erreichen, die einen raschen Zugriff erfordern.

Dazu zählen rechts insbesondere der Auslöser, der Hebel für das Speichern der Autofokus- und Belichtungswerte, das vordere sowie das hintere Einstellrad. Die linke Hand gelangt bequem an den Fokusschalter, die AF-Modus-Taste und den Drehknopf für das wahlweise Zoomen oder das manuelle Fokussieren des eingesetzten Objektivs. Lediglich zum Betätigen des Multifunktionswählers wäre ein überlanger rechter Daumen von Vorteil. Ein Verlagern dieser Übertragungen vom direkten Tastenzugriff weiter nach außen würde sich allerdings auf den Gehäusepreis auswirken. Dies gilt genauso für ein durchaus mögliches Entflechten anderer rückwärtiger Tasten, die jetzt geringe Abstände haben, so dass dicke Neoprenhandschuhe hier zu einem leichten Handicap werden. In diesem Punkt sind die realisierten Lösungen ohne Ausleger also ein Kompromiss zugunsten der Hobbykasse von Unterwasserfotografen. Ansonsten aber sind die Bedienknöpfe und -hebel außen griffig gestaltet, alle Wellen doppelt und die Tasten sogar 4-fach gedichtet. Zwei Kontrollfenster oben erlauben jederzeit den Blick auf die Einstellung des Funktionswählrades und auf das Display. Wer Videos aufnehmen möchte, muss an der D7100 die Individualfunktion g4 so einstellen, dass dafür der Auslöser anstelle der Taste für die Filmaufzeichnung genutzt werden kann.

Unter Wasser besitzt das Gehäuse einen leichten Abtrieb, der sich abhängig von den jeweils verwendeten Objektiven und den zugehörigen Ports etwas verändert. Diese angenehme Ausgewogenheit bleibt auch erhalten, wenn die Ausrüstung um das Systemblitzgerät SB-910 im hauseigenen Gehäuse ergänzt wird. Folglich lässt sich die Technik vom Taucher unter den verschiedensten Einsatzbedingungen ausgezeichnet führen.
Das CD7100 gefällt schon durch die attraktive Oberfächenbeschichtung und sein eher schlichtes Design, das schnörkellos den praktischen Erfordernissen folgt. Die
Aluminiumhülle ist makellos bearbeitet. Der Hersteller hat das Gehäuse üppig mit soliden Funktionsübertragungen ausgestattet, die sehr exakt und gewiss lange absolut störungsfrei funktionieren. Nichts klappert, wackelt oder hat mehr Spiel als nötig. Mit solchen Attributen empfiehlt sich ein erstklassiges Kameragehäuse, mit dem hervorragende Aufnahmen gelingen können. Doch über deren Qualität entscheiden natürlich auch die Fähigkeiten des tauchenden Fotografen.

SEALUX CD7100 Praxis Technische Daten

Material: seewasserbeständiges Aluminium
Oberfläche: schwarzeloxiert und aussen zusätzlich Pulverbeschichtet
Ports: mit planen und gewölbten Mineralglasscheiben
Gehäuseverschlüsse: 2 gefederte Schnellverschlüsse mit Sicherung
Handgriffe: demontierbare Griffschiene
Sucher: LD (Standard), GD oder GV150
Kontroll-/Funktionsfenster: 3
Funktionsübertragungen: 26 (Standard) + 3 (optional)
Zubehöranschlüsse: 2 T-Stücke an der Griffschiene, 2 Gewinde M6
Synchronkabelanschluss: 2 optische Blitzbuchsen; 1 Blitzbuchse N5 (Standard), 2. Blitzbuchse optional (optional auch mit Buchsen N5 gefedert oder S6)
Abmessungen BxHxT: 232x184x147 mm (ohne Port und Griffschiene, mit LD-Sucher)
Gewicht: ca. 2,8 kg (ohne Kamera und Port, mit Griffschiene und LD-Sucher)
Auftrieb: nahezu neutral, abhängig vom Port
Einsatztiefe max.: 90 m